27.02.2013

Infektionskrankheiten beim Rind

Bericht vom AfT/TiHo-Herbstsymposium 2012. Infektionskrankheiten des Rindes - ein Thema mit anhaltend hoher Relevanz. Neues und Wichtiges für die tierärztliche Praxis.

„Infektionskrankheiten des Rindes – Neues und Wichtiges für die tierärztliche Praxis“ war das Thema des diesjährigen Herbstsymposiums der Akademie für Tiergesundheit (AfT), das im September in Zusammenarbeit mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) stattfand. Behandelt wurden Fragen zu allen wichtigen Infektionskrankheiten beim Rind sowie zur Diagnostik. Der mit knapp 300 Teilnehmern vollbesetzte Hörsaal des Institutes für Pathologie der TiHo und die zahlreichen Diskussionsbeiträge zeigten die hohe Relevanz der gewählten Thematik. Im einleitenden Vortrag wurden die Erfolge der veterinärmedizinischen Seuchenbekämpfung vorgestellt. Dr. Helmut Surborg, praktischer Tierarzt in Wahrenholz, erinnerte an die Tilgung gefährlicher Zoonosen wie Brucellose und Tuberkulose, aber auch der wirtschaftlich bedeutsamen enzootischen Leukose. Auch die Tollwut spielte in den 80er Jahren in Deutschland noch eine erhebliche Rolle und wurde nicht nur bei Fuchs und Hofhunden, sondern auch bei Hausrindern festgestellt. Ebenso wie die Tollwut konnte auch die MKS durch die langjährig durchgeführten Flächenimpfungen getilgt werden. Leberegel und Dasselfliegen wurden ebenfalls durch Bekämpfungsmaßnahmen zurückgedrängt und spielen heute keine Rolle mehr. Im Vordergrund stünden daher vermehrt Faktorenerkrankungen wie Mastitiden, Klauenerkrankungen und Kälberkrankheiten sowie subklinische und chronische Erkrankungen. Die Bekämpfung der BHV-1 Infektion ist ebenfalls weit fortgeschritten, wie ein weiterer Vortrag zeigte. Erste Erfolge zeichnen sich auch in der BVDBekämpfung ab. Hier ging die Zahl der persistierend infizierten Tiere im ersten Halbjahr 2012 deutlich zurück. Die Impfung wird dennoch zum jetzigen Zeitpunkt als unverzichtbarer Schutz vor Reinfektionen empfohlen.

Hygienemaßnahmen verbessern
Unverändert schwierig gestaltet sich die Sanierung befallener Herden beispielsweise bei Salmonellosen oder der Paratuberkulose. Hier ist ebenso wie bei zahlreichen anderen Erkrankungen eine Verbesserung der hygienischen Abläufe im landwirtschaftlichen Betrieb von herausragender Bedeutung. Hierzu zählen eine Kontrolle des Fahrzeug- und Personenverkehrs ebenso wie Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen mit DVG gelisteten Desinfektionsmitteln und die Einrichtung von Hygieneschleusen. Vermieden werden sollte der Zukauf von Tieren mit unbekanntem Status. Auch im Hinblick auf die mögliche Einschleppung neuer oder auch altbekannter Infektionserreger kommt der Einrichtung solcher Hygienebarrieren unter dem Stichwort „Biosicherheit“ eine zunehmende Bedeutung zu. Wie schnell ein neuer Erreger nach Europa gelangen könne, hätten aktuell Blauzungenkrankheit und Schmallenberg-Virus gezeigt. Auch die zuletzt in Bulgarien aufgetretene MKS stelle eine bleibende Bedrohung dar.

Diagnostik zielgerichtet einsetzen
Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik wurden ebenfalls aufgezeigt. Moderne ELISA-, PCR- und andere Untersuchungsmethoden für Blutproben, Einzelmilch- und Tankmilchproben ergänzt um die klassischen Anzuchtverfahren bieten heute ein breites Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten. Entscheidend für den Erfolg der Diagnostik sind dabei die genaue Kenntnis der Besonderheiten der jeweiligen Testsysteme, ihre zielgerichtete Anwendung und die entsprechende Interpretation der Ergebnisse. Im Hinblick auf Probeneinsendung und Untersuchungsverfahren kann eine vorherige Abstimmung mit dem jeweiligen Untersuchungslabor hilfreich sein. Zu zahlreichen weiteren virologischen, bakteriologischen und parasitologischen Erkrankungen wie Schmallenberg-Virus, Q-Fieber und Chlamydieninfektionen, Neosporose und Mortellaro wurden neue Erkenntnisse vorgestellt und praktische Hinweise zum Vorgehen in der Praxis gegeben.

Ausführliche Abstracts
Die ausführlichen Abstracts können
auf www.aft-online.net heruntergeladen
werden.

Ansprechpartner:
Dr. Martin Schneidereit
Tel. (02 28) 31 82 93
Prof. Dr. Volker Moennig
Tel. (05 11) 9 53 88 40
Kontakt:
Akademie für Tiergesundheit e. V.
Postfach 26 01 64
53153 Bonn
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