21.02.2013

Neues und Wissenswertes aus der Rindermedizin

Lesen Sie die aktuellsten Studienergebnisse aus der Rindermedizin.

Frühe Trächtigkeitsdiagnose bei Milchkühen
Die frühzeitige und genaue Trächtigkeitsdiagnose bei Milchkühen ist eine Voraussetzung für erfolgreiches Herdenmanagement. Allerdings erlauben die meisten der derzeit verfügbaren Methoden nur eine Diagnose ab etwa 30 Tage nach der Befruchtung. Seit kurzem werden jedoch zirkulierende Nukleinsäuren (CNA) erfolgreich als Biomarker in der pränatalen Diagnostik bei unterschiedlichen Gestationsstadien bei Mensch und Tier verwendet. In dieser kürzlich veröffentlichten Arbeit zeigen Wissenschaftler von der Universität Göttingen, dass sich CNA auch als Marker für den Nachweis früher Trächtigkeiten bei Rindern eignen. So konnten mittels PCR-Analyse tragende Milchkühe bereits am 20. Trächtigkeitstag mit einer Sensitivität von 83 Prozent und einer Spezifität von 75 Prozent von nicht-tragenden Tieren unterschieden werden. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass CNA als Biomarker zum Nachweis von frühen Trächtigkeiten bei Rindern eingesetzt werden können.

Mayer J., J. T. Soller, J. Beck, V. Purwins,
W. Wemheuer, E. Schütz, B. Brenig
(2012): Early pregnancy diagnosis
in dairy cows using circulating nucleic
acids. Theriogenology. pii: S0093-
691X(12)00547-X. doi: 10.1016/j.theriogenology.
2012.09.024.

Vorkommen von Leberegeln in Ostfriesland
Der Leberegel Fasciola (F.) hepatica ist einer der wichtigsten Trematoden in der Rinderzucht weltweit. Die Fasziolose bei Milchkühen führt zu wirtschaftlichen Verlusten durch verringerte Milchleistung, Lebererkrankungen und eine beeinträchtigte Fortpflanzung. Die Behandlung ist unbefriedigend, da die verfügbaren Medikamente entweder nur wirksam gegen adulte Egel sind, lange Wartezeiten einzuhalten sind oder in einigen Ländern überhaupt nicht verwendet werden dürfen. In dieser Studie wurde die Prävalenz von F. hepatica in Milchviehbetrieben in Ostfriesland, Niedersachsen, untersucht. Ostfriesland gilt aufgrund der Küstennähe, starker Niederschläge und der feuchten Wiesen als Risikogebiet für F. hepatica-Infektionen. Über 750 Tankmilchproben wurden für die Studie im Januar und November 2006 gesammelt und auf F. hepatica- Antikörper untersucht. Zusätzlich wurden Fragebögen, die an die beteiligten 260 Landwirte ausgegeben wurden, ausgewertet, um Management-bezogene Faktoren zuordnen zu können. Von den im Januar bzw. November 2006 genommenen Tankmilchproben erwiesen sich 52,1 Prozent bzw. 53,6 Prozent als positiv. 88,1 Prozent der untersuchten Betriebe wiesen im Untersuchungszeitraum einen unveränderten Infektionsstatus auf, 6,2 Prozent der Betriebe wurden dagegen während der Weidesaison seropositiv und 5,8 Prozent  der Milchkuhherden seronegativ. Die statistische Analyse ergab außerdem eine signifikante negative Korrelation zwischen der durchschnittlichen jährlichen Milchleistung und der Häufigkeit von Infektionen mit F. hepatica.

Kuerpick, B., C. Fiedor, G. von Samson-
Himmelstjerna, T. Schnieder, C.
Strube (2012): Bulk milk-estimated
seroprevalence of Fasciola hepatica
in dairy herds and collecting of risk
factor data in East Frisia, northern
Germany. Berl. Munch. Tierarztl.
Wochenschr. 125, 345-350.

Resistente Streptokokken in der Milch
Mastitis ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Milchkühen und ist ein Grund für die Anwendung antimikrobieller Substanzen bei Milchkühen. Die bei der Mastitis beteiligten Erreger sind vor allem Streptococcus spp., Staphylococcus spp. und Coliforme. Das Ziel dieser Studie war es, die Antibiotikaresistenzen von aus Mastititis-Milch isolierten Streptococcus spp. zu ermitteln. Ergebnis: Antimikrobielle Resistenzen wurden gegen insgesamt neun Mittel gefunden und zwar bei Streptococcus (St.) uberis (n = 227), St. dysgalactiae (n = 49) und St. agalactiae (n = 3). 13 Prozent der Streptococcus spp. waren gegen mehrere Antibiotika resistent. Dabei erwiesen sich 15 Prozent der St. uberis, sechs Prozent der St. dysgalactiae und null Prozent der St. agalactiae als multiresistent. Am häufigsten wurde eine Resistenz gegen Tetracyclin ermittelt, gefolgt von Resistenzen gegen Erythromycin, Pirlimycin und Gentamicin. Die Resistenzraten waren dabei in Betrieben mit mehr als 80 Kühen höher als in Betrieben mit weniger als 20 Kühen. β-Laktam-Antibiotika sollten nach Ansicht der Autoren die Mittel der Wahl bei der Behandlung von Streptokokken- Mastitis bleiben. Leicht erhöhte minimale Hemmkonzentrationen für diese Antibiotika weisen jedoch auf die Entstehung von resistenten Streptokokken hin.

Minst, K., E. Märtlbauer, T. Miller, C.
Meyer (2012): Short communication:
Streptococcus species isolated from
mastitis milk samples in Germany
and their resistance to antimicrobial
agents. J. Dairy Sci. 95, 6957-6962.
doi: 10.3168/jds.2012-5852.



 

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