03.03.2013
Vorgestellt
Die Liste der Ursachen für den Rückgang ist lang. Sie reicht vom Futtermangel in der industrialisierten Landwirtschaft und Parasiten (allen voran die Varroa-Milbe) bis hin zum Einsatz von Pestiziden im Pflanzenbau und im Bienenstock. Wie diese Faktoren ineinandergreifen, ist weitgehend ungeklärt. Diese komplexen Wechselwirkungen besser zu verstehen ist das erste Ziel des im vorletzten Jahr gestarteten Kooperationsprojektes „FIT BEE“ ( http://fitbee.net).
Je sieben Institute und Wirtschaftsunternehmen haben sich zu dem Netzwerk zusammengefunden. Die Koordination liegt bei der Universität Hohenheim. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt das Projekt mit 2,3 Millionen Euro über drei Jahre. Die Industriepartner übernehmen 25 Prozent der Kosten.
Sieben Teilprojekte, sogenannte Module, wurden innerhalb des Netzwerks gebildet. In Modul 1 werden beispielsweise die Auswirkungen verschiedener Einflüsse auf die Einzelbiene untersucht und Immunfaktoren und Schadensschwellen ermittelt. Denn bislang gibt es weder praxisnahe Methoden noch Standards, wie die Gesundheit einer einzelnen Biene beurteilt werden kann.
Der Einfluss von Umweltparametern (u. a. Pflanzenschutzmitteln unterschiedlicher Kombination und Dosierung) auf das Verhalten der Bienen wird dann z. B. in Modul 2 näher beleuchtet. Dabei werden praxistaugliche Feldmethoden zur Beurteilung von Verhaltensänderungen, wie z. B. dem Heimfindeverhalten der Sammlerinnen, gesucht, um eine mögliche Schädigung von Bienenvölkern frühzeitig zu entdecken.
Die Bekämpfung der Varroa-Milbe als permanenter „Stressor“ der Bienenvölker ist natürlich ebenfalls eine entscheidende Voraussetzung für ein vitales Bienenvolk und wird ebenfalls in einem Modul näher untersucht. Der Befall mit diesem Parasiten ist ein entscheidender Faktor für die periodisch auftretenden hohen Winterverluste. Hier wird nun ein Verfahren entwickelt, um mit bereits identifizierten weiblichen Sexualduftstoffen der Varroa-Milbe die Paarung des Parasiten innerhalb der Brutzelle zu stören. Damit würde ein unkontrolliertes Populationswachstum der Milben im Bienenvolk während der Saison verhindert. Letztlich zielen alle Module darauf ab, die Bedingungen für ein gesundes Bienenvolk zu definieren und diese durch gezielte Maßnahmen zu verbessern.
FIT BEE/IB





