29.01.2020

Pferdenahrung: Präbiotika schaden mehr als sie nützen

Präbiotika werden häufig dem Futter von Pferden zugesetzt, um deren Gesundheit zu fördern. Dabei handelt es sich um ...

Hannover. – Präbiotika werden häufig dem Futter von Pferden zugesetzt, um deren Gesundheit zu fördern. Dabei handelt es sich um unverdauliche Ballaststoffe, die das Wachstum und die Aktivität bestimmter gesundheitsförderlicher Bakterien im Dickdarm anregen können. Ob der Einsatz von Präbiotika aber in der Realität immer zu den gewünschten Effekten führt, war bislang nicht ausreichend erforscht.

Für die Studie untersuchten Wissenschaftler der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) die Wirkung von Topinambur-Mehl auf Pferde. Dabei handelt es sich um ein typisches Präbiotikum für Pferde. Eine Gruppe von sechs Tieren erhielt zusätzlich zum normalen Futter das Mehl, das hohe Mengen bestimmter Kohlenhydrate, so genannte Frukto-Oligosaccharide (FOS) und Inulin enthält. Eine weitere Gruppe von sechs Pferden erhielt stattdessen ein Placebo zum normalen Futter. Anschließend analysierten die Forscher den Bakterienhaushalt im Verdauungstrakt der Tiere aus beiden Gruppen. Dabei stellte sich heraus, dass die Präbiotika bereits im Magen durch die dort natürlich lebenden Mikroorganismen fermentiert wurden – also bereits deutlich zu früh wirken. Außerdem bilden sich bei der Fermentation organische Säuren, die – anders als im Dickdarm – im Magen die Schleimhaut der Pferde schädigen können.

Zwar nahm auch die bakterielle Vielfalt im gesamten Verdauungstrakt zu, was vermutlich auch die gewünschte Schutzwirkung hat. Wenn man die Präbiotika aber in ihrer bisherigen Form verwende, schadeten sie eher, als dass sie nützten, so das Fazit der Forscher. Die Stoffe müssten stattdessen so behandelt werden, dass sie in einer Dosis im Dickdarm ankommen, die positiv auf die dort lebenden Darmbakterien wirkt, ohne diese zu einer übersteigerten Tätigkeit anzuregen.

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