29.01.2020

Wie Rehen das Winterfutter auf den Pansen schlägt

Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und das Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie ...

Wien. – Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und das Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen der Vetmeduni Vienna sind zusammen mit dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) der Frage nachgegangen, inwieweit die winterliche Nahrungsergänzung die bakterielle Zusammensetzung im Pansen von Rehen beeinflusst. Zu diesem Zweck untersuchten die Wissenschafter die Zusammensetzung der Pansenbakterien von freilebenden weiblichen Rehen. Dabei wurden Tiere aus einem Gebiet mit zusätzlichen Fütterungsstellen mit solchen verglichen, die ausschließlich auf natürliches Futter angewiesen waren.

Bei der Analyse der Daten zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Ergebnisse der Studie lassen darauf schließen, dass die Versorgung von Rehen mit leicht fermentierbaren Ergänzungsfuttermitteln im Winter die bakterielle Population im Pansen von Rehen signifikant beeinflusst und ähnlich negative Veränderungen wie bei domestizierten Wiederkäuern hervorrufen kann.

Im Detail zeigen die Ergebnisse einen deutlichen qualitativen Unterschied zwischen der Mikrobiota-Zusammensetzung der beiden untersuchten Populationen. Demnach fördert beispielsweise auch bei Rehen leicht fermentierbares Ergänzungsfuttermittel die Entwicklung von Bakterienstämmen, die bei Hauswiederkäuern zu Azidosezuständen führen. Laut den Forschern sind weitere Studien wünschenswert, um negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Tiere näher abzuklären.

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