07.01.2019

Wissenschaftler weisen erstmals tödliche Vogelgrippe-Infektion beim Seeadler nach

Stirbt ein Seeadler eines unnatürlichen Todes, waren bislang eine Bleivergiftung oder eine Kollision mit einem Zug die ...

Stirbt ein Seeadler eines unnatürlichen Todes, waren bislang eine Bleivergiftung oder eine Kollision mit einem Zug die wahrscheinlichsten Auslöser. Im Winter 2016/2017 gab es jedoch zahlreiche Todesfälle in Norddeutschland, bei denen diese beiden Todesursachen ausgeschlossen werden konnten. Stattdessen waren 17 gefundene Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg mit dem hochansteckenden Vogelgrippevirus H5N8 infiziert. Das haben Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) und weitere Kollegen nachgewiesen. Die tödlichen Infektionen mit dem Virusstamm H5N8 2.3.4.4b sind die ersten Fälle der Vogelgrippe bei Seeadlern und stellen den Schutz der bedrohten Greifvögel vor neue Herausforderungen.

So ist beispielsweise noch unklar, warum bei der H5N1-Epidemie im Jahr 2006 offensichtlich keine Infektionen bei Seeadlern nachgewiesen wurden und warum sie im Winter 2016/2017 so stark davon betroffen waren. Unklar bleibt ebenfalls, ob Infektionen für Seeadler unweigerlich tödlich verlaufen oder ob die Tiere die Infektion überstehen können – möglicherweise wenn die Stämme nicht so aggressiv sind – und anschließend immun sind.

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