11.05.2018

Interview: Lobbyarbeit für gesunde Kühe

Die Tiergesundheit von Rindern erhalten und verbessern, deren Leistungsfähigkeit fördern und den Tierschutz aktiv gestalten – das sind die Ziele des neu gegründeten Interessenverbandes...

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Lobbyarbeit für gesunde Kühe
– Hintergründe und Ziele des neuen Interessenverbandes Klauengesundheit Deutschland –

 

Die Tiergesundheit von Rindern erhalten und verbessern, deren Leistungsfähigkeit fördern und den Tierschutz aktiv gestalten – das sind die Ziele des neu gegründeten Interessen- verbandes Klauengesundheit Deutschland (IKD). Berufsklauenpfleger, Landwirte und praktizierende Tierärzte sowie Professoren aus Landwirtschaft und Veterinärmedizin aus ganz Deutschland sind in dem Verein vertreten. Die Tierärztliche Umschau sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden des Verbandes Prof. Alexander Starke, Direktor der Klinik für Klauentiere an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, über die Ziele des Vereins.


TU: Prof. Starke, Sie sind 2012 an die Universität Leipzig gekommen, zunächst als Leiter der Funktionseinheit Klauentiere. Eine eigene Klauentierklinik gab es da noch nicht.


Prof. Alexander Starke: Korrekt. Tatsächlichgibt es einen Trend, dass an den Veterinärmedizinischen Bildungseinrichtungen die Nutztiere weniger werden. In
Leipzig gab es bis 2012 in der Medizinischen Tierklinik und der Ambulatorischen
und Geburtshilflichen Tierklinik noch Klauentiere (Rinder, Schweine, kleine Wiederkäuer) als Patienten. Aber lange nicht mehr so viele wie für eine adäquate Ausbildung von Tierärzten für die Betreuung von Nutztierbeständenund die Überwachung der Lebensmittelkette notwendig wären. Durch die Einrichtung einer Klauentierklinik wollte man dem Abhilfe schaffen und einen neuen Schwerpunkt setzen. Es hat etwas Vorlauf gebraucht, aber im April letzten Jahres wurde die Klinik für Klauentiere mit zwei Abteilungen eröffnet. Prof. Johannes Kauffold leitet die Abteilung für Schweine und ich die für Wiederkäuer. Eine weitere Professur soll für das Fachgebiet Gynäkologie und Geburtshilfe der Wiederkäuer ausgeschrieben werden.


Sie decken alle medizinischen Bereichein der Klinik ab?


Ja, wir betreuen Klauentiere aller Altersgruppen und vertreten die Fachgebiete
Chirurgie, Innere Medizin sowie Andrologie, Gynäkologie und Geburtshilfe.
Wir haben stationäre Patienten und eine Kombination aus Ambulanz und Bestandsbetreuung. Das heißt, wir betreuen im Rahmen der Ausbildung beispielsweise zwei Betriebe tierärztlich, unser eigenes Lehr- und Versuchsgut, aber auch einen kommerziell arbeitenden landwirtschaftlichen Betrieb am Stadtrand von Leipzig. Darüber hinaus betreuen wir Nutztierbestände mit konkreten Tiergesundheitsproblemen. Die Tierärzte oder Mitarbeiter der Betriebe melden sich dafür direkt bei uns. So engagieren wir uns beispielsweise in Milchviehbeständen mit Klauengesundheitsproblemen. Wir begleiten die Betriebe nur eine bestimmte Zeit. In jedem Fall arbeiten wir mit den Bestandstierärzten und den entsprechenden Verantwortlichen im Betrieb, den Herdenmanagern, Tierproduktionsleitern, Geschäftsführern aber natürlich auch mit den Klauenpflegern zusammen. In jedem Fall sind dabei Veterinärmedizinstudenten und Fachtierärzte in der Weiterbildung
eingebunden.


Warum werden Sie bei Klauengesundheitsproblemen gerufen? Könnten
das nicht auch die Tierärzte vor Ort oder Klauenpfleger übernehmen?


Prinzipiell schon, grundsätzlich ist das natürlich auch das Ziel. Aktuell sind Tierärzte aber nicht in allen Betrieben in die Behandlung von lahmen Rindern eingebunden. Die Realität ist, dass wir aktuell in Deutschland eine relativ hohe Prävalenz an lahmen Kühen haben. Gründe gibt es dafür viele. Fast alle Lahmheiten, ca. 90 Prozent, sind auf die Klauen lokalisiert. Um die Probleme anzugehen, brauchen wir qualifizierte Mitarbeiterauf allen Ebenen: Sie brauchen den qualifizierten Melker oder Facharbeiter, der
die lahme Kuh frühzeitig erkennt. Sie brauchen den qualifizierten Klauenpfleger,
der an einem gestalteten Arbeitsplatz mindestens dreimal im Jahr eine Klauenpflege und -korrektur durchführt und perfekt dokumentiert. Aber sie brauchen auch jemanden, der die akut erkrankte Kuh zeitnah behandelt sowie den spezialisierten Tierarzt, der die orthopädischen, komplizierten Fälle versorgt und als Partner des Betriebsleiters das gesamte Klauengesundheitsmanagement mit koordiniert und ihn zum Beispiel auch bei
der Zuchtselektion und Auswertung der Dokumentation berät.


Und diese qualifizierten Leute gibt es nicht?


Nicht in ausreichender Zahl. Wir waren da schon einmal weiter. So gab es bereits 1980 eine Qualifizierungsrichtlinie für Klauenpfleger. Außerdem war in einer Tierproduktionsanlage im Großen und Ganzen gesetzlich geregelt, welche
Aufgaben der Tierarzt und welche der Klauenpfleger übernimmt. Die Ausbildung
der Klauenpfleger wurde an den veterinärmedizinischen Bildungseinrichtungen
koordiniert. Das heißt, es gab anden Lehrschmieden der Humboldt-Universität
in Berlin und in Leipzig an der Veterinärmedizinischen Fakultät auch Lehrklauenpfleger. Eine zentrale Rolle in der Klauenpflegerausbildung hatte dabei ab Mitte der 1970er Jahre auch die Veterinäringenieurschule in Beichlingen eingenommen. 1990 gab es zunächst einen Einschnitt. Aktuell gibt es in Deutschland einige wenige Ausbildungszentren, zum Beispiel in Echem, Niedersachsen, in Achselschwang in Bayern und in Lohmen in Sachsen. Seit 2011 gibt es auch eine Verordnung für Prüfungen zu den anerkannten Fortbildungsabschlüssen „Geprüfter Klauenpfleger und Geprüfte Klauenpflegerin sowie Fachagrarwirt Klauenpflege und Fachagrarwirtin Klauenpflege“. Diese Verordnung legt aber nur die Prüfung selbst fest, nicht jedoch,wie die Leute auszubilden sind; was derInhalt der Ausbildung sein sollte. Es istklar: Wir müssen die Ausbildung verbessern,wir müssen die Klauenpflegerweiter qualifizieren, wir müssen Tierärztespezialisieren.


Und dann kamen Sie auf die Idee mit dem Interessenverband?


Zunächst nicht. Meine ersten Versuche waren darauf ausgerichtet, die offiziellen Stellen zu sensibilisieren. Ich war im Landwirtschaftsministerium und beim Bauernverband... bis ich realisiert habe, dass die Ausbildungsinitiative vom Berufsstand selbst ausgehen muss. Wenn es aber keinen Berufsstand in dem Sinne gibt, weil der Klauenpfleger kein (geschützter) Beruf ist, wird es da auch keine Initiative geben. Deshalb wurde die Interessenvereinigung Klauengesundheit Deutschland (IKD) vor allem auch von Klauenpflegern mit initiiert.


Gab es auch Vorbehalte gegenüber dem Verein?


Es hat tatsächlich viel Vorarbeit gekostet,vielleicht auch weil die Sorge bestand,
dass die Tierärzte den Klauenpfle gern etwas wegnehmen oder vorschreiben
könnten. Dem versuchten wir von vornherein zu begegnen. Zum einen sind es
ja vor allem auch Klauenpfleger, welche den Verein gestalten, zum anderen haben wir Berufskollegen in die Diskussion einbezogen. So haben wir zum Beispiel zu unserer Gründungsversammlung den Vorstandsvorsitzenden des Vereins der geprüften Klauenpfleger e.V. aus Achselschwang mit eingeladen. Der IKD soll sich nicht abgrenzen, sondern ein Verband sein, der sich öffnet für die Entwicklung des Berufsstandes und die Verbesserung der Klauengesundheit.


Auch Landwirte sind mit im Vorstand? Warum?


Der Landwirt hält die Kühe. Ihm liegen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit
seiner Tiere am Herzen. Wir müssen ihn mit am Tisch haben und können ihm ja
nicht als Dienstleister vorschreiben, was er mit seinen Kühen zu machen hat. Daher wollen wir die Tierhalter in die Diskussion und Gestaltung mit einbinden.
Deshalb, und auch um unterschiedliche Betriebsstrukturen abzubilden, sind jetzt ein sächsischer Landwirt, der Geschäftsführer eines Großbetriebs, sowie ein niedersächsischer Landwirt mit im Vorstand. Weil die Klauengesundheit auch in die landwirtschaftliche Ausbildung gehört, ist zudem Prof. Michael Klunker bis vor kurzem an der HTW Fachhochschule in Dresden (Professur Grundlagen der Tierzüchtung) tätig und derzeit Vorsitzender des Sächsischen Prüfungsausschusses zur Fortbildungsprüfung Klauenpfleger mit dabei. Außerdem finden sich im Vorstand natürlich Klauenpfleger und ein privater Tierarzt, der früher beim Rindergesundheitsdienst tätig war. Ich selbst sehe mich als Repräsentant einer veterinärmedizinischen Bildungseinrichtung. Diese Kombination wurde gut angenommen.


Sie haben auch das Klauengesundheitssymposium, das kürzlich zum zweiten
Mal im Rahmen des Leipziger Tierärztekongresses stattfand, initiiert.


Genau. Dort finden Kommunikation und Wissensaustausch zwischen den Berufsgruppen statt. So können Klauenpfleger, praktizierende Tierärzte, Wissenschaftler und Landwirte ihre Ergebnisse und Erfahrungen auf einem Fachsymposium präsentieren und diskutieren. Dieses Jahr kamen
wieder Referenten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Brasilien.
Wir hatten über 250 Teilnehmer alleine an diesem Symposium. Das zeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen, dass sich die Klauenpfleger und Tierärzte
weiterbilden wollen. Um die Tiere gut betreuen zu können, brauchen wir diese
Diskussion zwischen den Fachleuten.

 

Fachleute, die gut miteinander auskommen müssen.


Genau. Leider gibt es nach wie vor das Klischee. Ein Klauenpfleger sei groß,
breit, und muss lediglich eine Flex halten können. Das geht nicht. Das funktioniert nicht. Von einem Klauenpfleger wird mittlerweile neben dem korrekten Abtragen von Klauenhorn verlangt, dass er u.a. Kenntnisse von Tiergesundheit, Dokumentation, Seuchenhygiene, Anatomie und Biosicherheit hat und auch in der Lage ist, einen modernen Klauenstand zu bedienen und den Tierhalter zu beraten. Ich denke, das ist nicht trivial. Und deswegen ist es auch wichtig, dass es den Status eines Ausbildungsberufes erhält.


Im Prinzip machen Sie Lobbyarbeit für Klauenpfleger.


Ich würde es anders formulieren, Lobbyarbeit für gesunde Kühe. Denn für
die Kühe spricht sonst niemand. Als Humanmediziner kommunizieren sie immer
mit ihren Patienten. Als Veterinärmediziner kommunizieren sie oft nicht einmal
mit demjenigen, dem die Kuh gehört. Teilweise mit dem, der die Kuh betreut.
Aber die Entscheidungsträger sind in den meisten Fällen der Buchhalter im Betrieb oder der Geschäftsführer. Ich muss als Tierarzt mit allen Ebenen kommunizieren und sie überzeugen können.


Was ist außer der Kommunikation untereinander wichtig?


Oft können sie ihre Kompetenz gar nicht anwenden, weil es im Betrieb keinen adäquaten Klauenbehandlungsstand gibt. Ich habe deshalb mit einer Firma in
Österreich einen tierärztlichen Behandlungsstand entwickelt, damit wir auch als
Tierärzte im Betrieb gut arbeiten können. Außerdem ist ein gestalteter Arbeitsplatz wichtig. Es kann ihnen passieren, dass sie im Winter zu einem Betrieb fahren und dort bietet man ihnen für die nächsten acht Stunden einen Stellplatz vor dem Stall an. Dann stehen sie draußen im Schneeregen und behandeln Kühe und wollen dokumentieren. Irgendwann frieren ihnen die Finger ein. In einem Betrieb haben wir zwar mal unter dem Dach gearbeitet, aber an dem Arbeitsplatz waren es -15 °C. Uns ist das Wasser immer sofort eingefroren, uns sind die Stände eingefroren. Und dann wundern sich die
Betriebsleiter, dass niemand gerne Klauenbehandlung oder Nutztierpraxis macht.


Sie wollen mit dem Verein auch dem Nachwuchsmangel begegnen?


Ja, wir haben zum Beispiel ein größeres Projekt mit der Fakultät Bauwesen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und der Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden zum Thema Arbeitsplatzgestaltung im Milchviehbetrieb für Klauenpfleger und Tierärzte. So haben wir jetzt in einem neuen Betrieb schon einen wunderschönen überdachten Arbeitsplatz, wo es warm ist, wo Licht ist, wo sie einen Wasseranschluss haben und wo die Kühe keinem vermeidbaren Stress ausgesetzt sind. So finden sie auch wieder Tierärzte, die in der Nutztierpraxis arbeiten wollen.


Bestehen die genannten Mankos deutschlandweit?


Ja. Deutschland ist in Sachen Landwirtschaft und in Bezug auf die Organisation
der Klauenpflege ein Flickenteppich. Gleiches gilt für den Stallbau. Neben großen Milchviehanlagen mit Sozialräumen, Behandlungsbereichen und Krankenstall, die bis 1990 im Osten Deutschlands gebaut wurden, existieren v.a. im Süden Deutschlands noch immer Ställe für 40 bis 50 Kühe mit ganzjähriger Anbindehaltung, ohne all diese Funktionsbereiche. Oder noch immer gibt es in Deutschland Ställe ohne separaten Abkalbebereich. Die tierärztlichen Behandlungen werden größtenteils direkt im Laufstall zwischen den anderen Tieren gemacht. Das geht vielleicht bei kleinen Tierbeständen noch, nicht aber in Großbetrieben. Die Holländer, aber vor allem die Nordamerikaner machen es uns vor. Die haben mittlerweile ihre sogenannten Special-Needs-Bereiche. In Deutschland wurde das leider sehr vernachlässigt. Es entwickelt sich gerade zaghaft. Glücklicherweise. Denn es reicht nicht, qualifizierte Leute zu haben. Sie müssen auch die Arbeitsplätze entsprechend gestalten. Das alles ist Tiergesundheitsmanagement im Bereich Milchviehhaltung. Dazu gehört der Arbeitsplatz, der Stallbau, die Qualifizierung der Mitarbeiter, Prophylaxe-Maßnahmen, Krankheitserkennung, Therapieansätze, Schmerzmanagement, Stressmanagement und so weiter.


Welche konkreten Ziele verfolgt der Verein?


Ziele sind die Organisation und Ausgestaltung der Bildungsangebote, die Vereinheitlichung der Prüfungsstandards in Deutschland für Berufe, welche in der Klauengesundheit arbeiten. Die Erstellung eines einheitlichen Rahmenstoffplanes auch für den Fachagrarwirt Klauenpflege, Verleihung von Befähigungsnachweisen in allen Bildungsstufen und Schaffung von Angeboten an Vorbereitungskursen für Prüfungen zu den anerkannten Fortbildungs- abschlüssen sowie Weiterbildungskurse für Landwirte, Klauenpfleger und Tierärzte. Außerdem fördert der gemeinnützige Verein „die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Tierhalter, Klauenpfleger und Tierarzt vor dem Hintergrund einer gegenseitigen Achtung und Wertschätzung mit dem Ziel einer Verbesserung der Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit der Rinder“. So wird es in der Satzung stehen.


Mangelt es denn an gegenseitiger Achtung und Wertschätzung?


Ich würde es als eine besondere Art von Distanz bezeichnen. Wenn sie in einen
Betrieb kommen, müssen sie mit dem Geschäftsführer, dem Klauenpfleger und
dem Tiergesundheitsverantwortlichen kommunizieren können, aber auch mit
dem, der den ganzen Tag die Krippen räumt oder Kühe zum Melkstand treibt.
Und wenn sie der Meinung sind, dass sie der Gott in Weiß sind, können sie nichts bewegen. Sie müssen sich bewusst sein, dass sie von den Menschen, welche täglich mit den Tieren im Stall arbeiten, unheimlich viel lernen können. Dass der Melker ihnen auch viele wertvolle Tipps für den Ablauf im Betrieb geben kann, welche ihnen helfen, Tiergesundheitsproblemezu lösen. Häufig sprechen aber der Tierarzt oder der Agrarwissenschaftler, der den Betrieb führen soll, und der Melker im Melkstand verschiedene Sprachen. Der eine hat das Gefühl, dass immer nur über ihn entschieden wird. Und dem anderen wird nicht bewusst, dass jemand Probleme haben kann, seine Kinder ins Kino zu schicken, weil er das Geld nicht hat. Deswegen auch der Satz mit der Wertschätzung. Es geht um gegenseitigen Respekt. Denn es gibt in dem Bereich nicht den Besseren oder den Schlechteren. Sie brauchen jeden. Jeder hat seine Funktion. Wenn sie mit den Leuten sprechen, ist es nicht so, dass es offene Feindschaften gibt. Es gibt nur eher eine gewisse distanzierte Zurück- haltung. Wenn sie in irgendeiner Art und Weise etwas gestalten wollen, ist das natürlich hemmend. Der Verein will eine Basis schaffen, um gemeinsam zu arbeiten. Entscheidend ist, die Kommunikation über Berufsgrenzen hinweg zu fördern.


Reicht das, um die Attraktivität des Berufes Nutztierarzt zu steigern? Gerade um ihn auch für Frauen attraktiv zu machen?


Mit Frauenförderung ist es nicht getan. Frauenförderung allein ist meines Erachtens der falsche Ansatz, denn das würde in der letzten Konsequenz nur dazu führen, dass die Posten statt mit Männern mit Frauen besetzt werden. Wir wollen aber etwas anderes. Ziel ist es, das wir eine Arbeitsumwelt schaffen, in der jeder arbeiten kann, dafür die gestalteten Arbeitsplätze. Familien- freundlicher ist der Beruf dadurch allerdings noch nicht geworden. Viel wichtiger ist es in unserem Beruf, bei dem die Arbeit rund um die Uhr geleistet werden muss, das heißt, vom 1. Januar bis 31. Dezember und 24 Stunden am Tag, dass wir geeignete Arbeitszeitreglungen und Möglichkeiten der Kinderbetreuung realisieren. Was wir brauchen ist deshalb eine Familienförderung und das ist wahrscheinlich eine effektivere Form der Frauenförderung. Das ist leider noch nicht überall angekommen.


Ich danke Ihnen für das Gespräch!


Interview: IB

 

Gründungsmitglieder des IKD
• Prof. Alexander Starke, Vorstandsvorsitzender (Direktor der Klinik für Klauentiere Leipzig)
• Bodo Hirsemann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
• Dr. Hans-Peter Klindtworth, Bildungsverantwortlicher
• Lars Bittermann (Geschäftsführer Agrargenossenschaft eg Reichenbach)
• Detlef Findeisen (Geschäftsführer Klauenpflege Findeisen GmbH und Co. KG)
• Gerd-Udo Heikens (Landwirt)
• Wolfgang Wendland (selbständiger Klauenpfleger)
• Heino Westermann (Geschäftsführer Klauenpfleger Schule GmbH)
• Dr. Uwe Wünsch (wiss. Mitarbeiter an der Klinik für Klauentiere Leipzig)

 

Abb. 1: Fast alle Lahmheiten, ca. 90 Prozent, sind auf die Klauen lokalisiert. Um die Probleme anzugehen, werden qualifizierte Mitarbeiter auf allen Ebenen gebraucht.
© aodaodaodaod/Shutterstock.com

Abb. 2: Von einem Klauenpfleger wird mittlerweile neben dem korrekten Abtragen von Klauenhorn verlangt, dass er u.a. Kenntnisse von Tiergesundheit, Dokumentation, Seuchenhygiene, Anatomie und Biosicherheit hat und auch in der Lage ist, einen modernen Klauenstand zu bedienen und den Tierhalter zu beraten.
© Matylda Laurence/Shutterstock.com


Abb. 3:
Teilnehmer an der Gründungsveranstaltung des Interessenverbandes Klauengesundheit Deutschland (IKD).

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