16.08.2019

Vorgestellt: Institut für Theologische Zoologie

Das Institut für Theologische Zoologie (www.theologische-zoologie.de) wurde im Jahre 2009 eröffnet und feiert somit dieses Jahr ihr ...

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Das Institut für Theologische Zoologie (www.theologische-zoologie.de) wurde im Jahre 2009 eröffnet und feiert somit dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Es ist ein An-Institut der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster und setzt sich für mehr Respekt gegenüber unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, und verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln ein. Unsere Zeit, so heißt es auf der Institutswebsite, brauche eine wissenschaftlich fundierte theologische Würdigung des Tieres, denn neben den theologischen Anthropologien gebe es noch keine ausgearbeitete theologische Zoologie. Im Rahmen des Institutes solle deshalb weiter geforscht werden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollten miteinander ins Gespräch kommen.

Nach dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225-1274), heißt es weiter auf der Website, sei eine genauere Beschäftigung mit den Mitgeschöpfen des Menschen keinesfalls luxuriös, sondern berühre die zentralen Fragen der Theologie und Spiritualität. Und es spreche sehr vieles dafür, dass die neuzeitliche Theologie einem verhängnisvollen Irrtum über das Mitgeschöpf Tier aufgesessen sei. So stehe für den gesellschaftlichen Irrtum über die Tiere im vermeintlich christlichen Europa das Wort des Kulturkritikers Rupert Sheldrakes, wonach es nur noch zwei Kategorien von Tieren in Menschennähe gibt: Die einen verwöhnen wir mit Haustierfutter, und die anderen verarbeiten wir dazu. Die fast vollständige Ausblendung der in der Bibel omnipräsenten Tiere aus der Theologie und die damit verbundene Attestierung ihrer Irrelevanz verfälsche zudem den Schöpfungsbegriff (u.a.). Eine theologische Würdigung des Tieres möchte diesem Irrtum begegnen und zu einem Perspektivenwechsel beitragen.

Durch die theologische Würdigung des Tieres und das Projekt einer „theologischen Zoologie“ könnten neue Zugänge in zentralen Fragen und Anliegen (nicht nur) der christlichen Theologie gewonnen werden. So müsse etwa – im Dialog mit den Naturwissenschaften – eine lange fällige Distanzierung von einem biblisch unhaltbaren Anthropo-Zentrismus (der Menschen als „Krone der Schöpfung“) erfolgen. Auch sei der Mensch nicht „vom Himmel gefallen“, was zu einer vertieften Reflexion der unleugbaren Verwandtschaft von Mensch und Tier führen müsse. Zudem eröffne die theologische Zoologie den Blick auf sensible ökologische und politische Fragen der Massentierhaltung, des überhöhten Fleischkonsums, der Vernichtung ganzer Ökosysteme und der Verelendung der sogenannten 3. Welt.

Schirmherrin des Instituts ist Dr. Jane Goodall, eine der bekanntesten Verhaltensforscherinnen und Naturschützerinnen und Friedensbotschafterin der UN. Gründer und Institutsleiter sind Dr. Anton Rotzetter und Dr. Rainer Hagencord.

Das Instituts-Logo ist einem mittelalterlichen Kupferstich entnommen und stellt Hieronymus mit einem Löwen dar. Der große Übersetzer der Heiligen Schrift in die lateinische Sprache ist ein Vorbild in dem Bemühen, einerseits die Aussageintentionen der Bibel in die Praxis und andererseits die Erkenntnisse der Verhaltens- und Evolutionsbiologie in die Theologie zu übersetzen.

IB

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