23.05.2019

Vorgestellt: Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie

Für die Max-Planck-Gesellschaft ist die Verhaltensforschung in Zeiten rasanten technologischen Fortschritts ein zukunftsträchtiges ...

© Andrea Izotti

Für die Max-Planck-Gesellschaft ist die Verhaltensforschung in Zeiten rasanten technologischen Fortschritts ein zukunftsträchtiges Forschungsfeld. Der Standort des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell und Konstanz wird deshalb ein eigenständiges Institut. Schwerpunkte des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie werden die Erforschung von kollektivem Tierverhalten und -Bewegungen sein.

Das neue Institut ist Teil eines weltweit führenden fächerübergreifenden Forschungsverbundes in Konstanz, der das Gruppenverhalten unterschiedlicher Tierarten mithilfe modernster Technologien erforscht. Die wissenschaftliche Arbeit am neuen Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie wird so unterschiedliche Tiergruppen wie Heuschrecken, Fische, Flughunde, Paviane und Vögel umfassen. Das neue Institut wird von den drei Direktoren Prof. Martin Wikelski, Prof. Iain Couzin und Prof. Margaret Crofoot geleitet. Prof. Wikelski, bislang Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, erforscht Tierwanderungen rund um den Globus. Sein Kollege Prof. Couzin analysiert das Schwarmverhalten von Tieren. Das Institut wird seinen Fokus mit der Berufung von Prof. Crofoot zur Direktorin weiter ausbauen. Prof. Crofoot untersucht die Entstehung komplexer Gesellschaften am Beispiel des Gruppenverhaltens von Affen. Sie interessiert sich besonders dafür, wie aus den Kontakten und Beziehungen zwischen Individuen das Kollektivverhalten einer Gruppe hervorgeht.

Alle drei Direktoren haben eine Professur an der Universität Konstanz inne und sind maßgeblich am Forschungskolleg „Kollektives Verhalten“ beteiligt, einem von zwei neuen Exzellenzclustern der Universität. Herzstück des Clusters ist das Centre for Visual Computing of Collectives, eine fächerübergreifende Forschungseinrichtung zur Analyse von Verhaltensdaten. Die Erforschung von kollektiven Verhaltens- und Bewegungsmustern von Tieren gilt als besonders zukunftsträchtiges Forschungsgebiet. Modernste Technologien helfen Forschern und Forscherinnen dabei, das Verhalten von Tieren in der freien Natur oder im Labor zu untersuchen. So können sie dank miniaturisierter Messgeräte am Körper der Tiere und Empfangsantennen im Weltraum mittlerweile selbst die Bewegungen kleiner Tierarten nahezu rund um die Uhr und an jedem Ort der Erde verfolgen. Die komplexen Bewegungsmuster in Tierschwärmen wiederum lassen sich nur mit modernen Computerprogrammen zur Bild- und Bewegungserkennung analysieren.

 

Max-Planck-Gesellschaft

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