29.01.2020

Vorgestellt: Wolf Science Center

Etwa 40 Kilometer nördlich von Wien ist das Wolf Science Center (WSC; www.wolfscience. at) im Wildpark Ernstbrunn angesiedelt. In dieser weltweit einzigartigen Forschungseinrichtung ...

Bild: Pat Lauzon | shutterstock.com

Etwa 40 Kilometer nördlich von Wien ist das Wolf Science Center (WSC; www.wolfscience.at) im Wildpark Ernstbrunn angesiedelt. In dieser weltweit einzigartigen Forschungseinrichtung erkunden Forschende, was die sozialen Wesen Mensch, Wolf und Hund verbindet, was sie trennt und wie es zur besonderen Partnerschaft zwischen Hund und Mensch kam. Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, werden Wölfe und Hunde am WSC gleichartig aufgezogen und gehalten – dies macht das Center weltweit einzigartig. Das Wolfsforschungszentrum wurde im Jahr 2008 von den Biologen Zsofia Viranyi, Friederike Range und Kurt Kotrschal als Verein gegründet. Seitdem hat sich das WSC zu einer international anerkannten Forschungsinstitution weiterentwickelt und ist beträchtlich gewachsen. Seit April 2016 ist das Center in Form einer Forschungsgruppe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und einer Wolfsforschungszentrum GmbH organisiert. Über 40 Personen (ForscherInnen, TiertrainerInnen, AdministratorInnen, StudentInnen/PraktikantInnen, Tourguides und Fotografen) erfüllen die verschiedenen Aufgaben am WSC. Die ForscherInnen arbeiten zumeist für mehrere Jahre an einer großen Fragestellung. Häufig machen sie im Rahmen ihrer Forschung ihren PhD oder arbeiten nach dem PhD als Post-Docs am WSC. In der Regel werden die wissenschaftlichen Projekte mittels kompetitiver Drittmittel finanziert, etwa vom European Research Council (ERC) oder vom Austrian Science Fund (FWF).

In den aktuellen Forschungsprojekten werden derzeit beispielsweise die Mechanismen der Kooperation zwischen Caniden und der Einfluss der Sozialisation auf die Problemlösungsfähigkeit von Hunden untersucht.
Außerdem befindet sich am Wolf Science Center mit 10m Länge und 2,5m Breite eines der größten Laufbänder der Welt. Es wurde speziell entworfen, um einem ganzen Hunde- oder Wolfsrudel oder einem Wolf oder Hund mit einem menschlichen Partner zu ermöglichen, darauf zu laufen. Mit dem Laufband-Projekt soll unter anderem erforscht werden, ob Wölfe oder Hunde gemeinsam laufen, wie kooperativ sie mit menschlichen Partnern laufen und welche Energetik des Laufens diese hoch spezialisierten, sozialen Laufjäger aufweisen.

Die Wölfe und Hunde werden von Wissenschaftlern handaufgezogen und nehmen regelmäßig an Kooperations- und kognitiven Aufgaben teil. So können die Forscher in einem nahen und vertrauensvollen Verhältnis ihre geistigen Fähigkeiten erkunden und die Tiere sind mental und körperlich fit. Derzeit leben 15 Wölfe aus unterschiedlichen Zoos und Wildparks aus der ganzen Welt sowie 10 Hunde aus Tierheimen in Ungarn oder aus eigener Nachzucht am Wolfsforschungszentrum.

Bei einem Besuch des Wildparks Ernstbrunn bei Wien (www.wildpark-ernstbrunn.at/de)kann man sich einige der wissenschaftlichen Aktivitäten und Interaktionen mit den Wölfen und Hunden ansehen. Bei den zusätzlich buchbaren Besucherprogrammen kann man mehr über die Tiere lernen, einem Wolf ganz ohne Zaun begegnen, ein Wolfstraining erleben oder einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Wer aus der Ferne etwas mehr über das WSC erfahren möchte, kann sich zudem über das „Tagebuch“ auf der Center-Website auf dem Laufenden halten: Die StudentInnen, PraktikantInnen und MitarbeiterInnen des WSC berichten an dieser Stelle einmal im Monat von den neuesten Ereignissen und von Anekdoten aus dem täglichen Leben unter Hunden und Wölfen.

IB/WSC

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