05.02.2019

Chemikalien im Eisbärblut

Eisbären sitzen am oberen Ende der arktischen Nahrungskette. Was immer Fisch und andere Meeresbewohner aufnehmen, kann sich letztlich in Eisbären anreichern, die diese Tiere fressen.

© Serg Zastavkin - Fotolia

Eisbären sitzen am oberen Ende der arktischen Nahrungskette. Was immer Fisch und andere Meeresbewohner aufnehmen, kann sich letztlich in Eisbären anreichern, die diese Tiere fressen. Halogenierte Substanzen wurden in den 1970er Jahren zum ersten Mal in Eisbären nachgewiesen. Seitdem verfolgt man die Entwicklung regelmäßig, denn diese menschengemachten Chemikalien und ihre Metabolite werden mit Störungen im Immunsystem oder dem Hormonhaushalt in Verbindung gebracht. Die aktuelle Studie von kanadischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern konnte jetzt mit einer neuen Messmethode zahllose chlorierte und fluorierte Substanzen nachwiesen.

Unter anderem wiesen die Wissenschaftler zum ersten Mal mehrere chlorierte aromatische Verbindungen im Eisbärenserum nach. Vor allem wegen der besorgniserregenden Zunahme dieser stabilen Metabolite empfehlen die Autoren dringend eine Neubewertung der Gesundheitsgefahren. Denn trotz Verboten und teilweise starker Regulierung der Produktion der Ausgangschemikalien ging die Konzentration im Eisbärenblut offenbar nicht zurück. Im Gegenteil reichern gefährdete Tierarten selbst an den Außenposten der Erde wie im Nordpolarmeer immer mehr von diesen Stoffen an.

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

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