08.01.2019

Rituelle Schlachtungen von Tieren ohne Betäubung

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat kürzlich entschieden, dass rituelle Schlachtungen ohne Betäubung nur in ...

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Der Gerichtshof der Europäischen Union hat kürzlich entschieden, dass rituelle Schlachtungen ohne Betäubung nur in zugelassenen Schlachthöfen durchgeführt werden dürfen. Diese Verpflichtung beeinträchtigt nicht die Religionsfreiheit, da sie die freie Vornahme von rituellen Schlachtungen lediglich organisieren und hierfür Vorgaben technischer Natur geben soll, und zwar unter Berücksichtigung der wesentlichen Regeln für das Tierwohl und die Gesundheit der Tierfleischkonsumenten. Rituelle Schlachtungen sind denselben technischen Bedingungen unterworfen, wie sie grundsätzlich für alle Schlachtungen von Tieren innerhalb der Union – unabhängig von der angewandten Methode – gelten. Der Unionsgesetzgeber hat somit einen Ausgleich geschaffen zwischen der Anerkennung von durch religiöse Riten vorgeschriebenen speziellen Schlachtmethoden und der Einhaltung der von den Unionsverordnungen aufgestellten wesentlichen Regeln für den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung und den Schutz der Gesundheit von Tierfleischkonsumenten.

EuGH, Urteil vom 29.05.2018
– C-426/16 –


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