05.02.2019

Erstmals Nachwuchs bei den Nandus

Stuttgart. – Zweimal am Tag spielt sich neuerdings eine merkwürdige Szene in der Wilhelma ab: Ein schreitender Laufvogel durchmisst die Südamerika-Anlage, umkreist von fünf flitzenden Rennküken ...

© Wilhelma Stuttgart

Stuttgart. – Zweimal am Tag spielt sich neuerdings eine merkwürdige Szene in der Wilhelma ab: Ein schreitender Laufvogel durchmisst die Südamerika-Anlage, umkreist von fünf flitzenden Rennküken, während ein in sich ruhender Hirte gelegentlich in die Hände klatscht. Nandu-Hirte ist ein neuer Job mitten in Stuttgart. Im Zoologisch-Botanischen Garten haben die Charaktervögel der Pampa Brasiliens und Argentiniens Nachwuchs. Und das ist Neuland für alle Beteiligten, dem Neuzugang „Brutus“ sei Dank.

Bei den Nandus ist der Nachwuchs reine Männersache – fast zumindest: Die Hennen legen nur die Eier, der Hahn brütet sie aus und betreut die Küken ein halbes Jahr lang allein. Die Hennen leisten nun im Nachbargehege den vielen anderen Südamerikanern Gesellschaft: Alpakas, Vikunja, Maras und Ameisenbären.

Während die Vögel ausgewachsen 1,60 Meter hoch und bis zu 30 Kilo schwer werden, sind die einen Monat alten Küken gerade einmal handtellergroß. Deswegen brauchen sie im Moment menschlichen Geleitschutz. Denn Ungemach droht aus der Luft. Von den ursprünglich sechs Küken haben sich Krähen eines geholt. Also hält ein Hirte Wache, während sie sich ihr Futter zusammensuchen. Besonderes Augenmerk legen die Pfleger auf einen Sonderling des Quintetts. Ein Küken ist ein Weißling. Ihm fehlen nicht, wie einem Albino, genetisch bedingt alle Farbpigmente, aber es hat als Anomalie ein sehr helles, fast weißes Federkleid. In der Natur kommen die auffälligen Weißlinge selten vor, weil sie sich schlecht tarnen können und daher leichte Beute sind.

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