07.01.2019

Heimische Fischarten sterben aus

Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat erstmals Langzeitdaten zu den Fischbeständen der oberen Donau, Elbe und des Mains systematisch analysiert.

© Rostislav Stefanek/Shutterstock.com

Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat erstmals Langzeitdaten zu den Fischbeständen der oberen Donau, Elbe und des Mains systematisch analysiert. Das Team kommt zu dem Ergebnis, dass heimische Fischarten vor dem Aussterben stehen, während einige invasive Arten in ihren Beständen zunehmen.

Die Studie belegt, dass heimische Charakterarten wie die Äsche, nach der früher eine Flussregion benannt wurde, sowohl in der Fläche als auch in ihren Bestandszahlen im Vergleich zum historischen Referenzzustand massiv eingebrochen sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei anderen spezialisierten Fischarten, deren Lebensräume durch Verschlammung, höhere Wassertemperaturen und durch von Dämmen verbaute Gewässer stark beeinträchtigt sind. Viele der besonders gefährdeten Arten besitzen einen komplexen Lebenszyklus und sind in verschiedenen Lebensphasen auf spezielle Bedingungen angewiesen.

Im Gegenzug breiten sich Arten, die nur geringe Ansprüche an ihren Lebensraum haben, die sogenannten Generalisten, nun weiter aus. Darunter sind besonders viele gebietsfremde Fische, die wie Regenbogenforelle oder Blaubandbärbling absichtlich oder wie die Schwarzmeergrundeln unbeabsichtigt über das Ballastwasser von Schiffen nach Mitteleuropa kamen.

Wir müssten uns künftig darauf einstellen, in immer mehr Gewässern neuartige Lebensgemeinschaften anzutreffen, die aus einer Mischung von Arten bestehen, die sich natürlicherweise nie begegnen würden, so ein beteiligter Forscher. Deshalb seien systematische Langzeitanalysen zur Verbreitung und über die Häufigkeiten gewässerlebender Arten wichtig.

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