05.02.2019

Hyänen erholen sich nur langsam von einer Epidemie

Infektionskrankheiten können Wildtierbestände stark dezimieren und dadurch sowohl die Dynamik von Lebensräumen als auch ...

© Heribert Hofer, Leibniz-IZW

Infektionskrankheiten können Wildtierbestände stark dezimieren und dadurch sowohl die Dynamik von Lebensräumen als auch die biologische Vielfalt (Biodiversität) beeinflussen. Vorhersagen über langfristige Auswirkungen von Epidemien sind deshalb für den Artenschutz wichtig. Forscher vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und vom CEFE in Montpellier haben ein mathematisches Modell („Matrixmodell“) entwickelt, um den Einfluss einer Epidemie des Hundestaupevirus (CDV) auf die Population der Tüpfelhyänen in der ostafrikanischen Serengeti-Savanne zu untersuchen.

Das neue mathematische Modell erlaubte es erstmals, die Ansteckungsrate (R0) dieser Krankheit bei Tüpfelhyänen zu bestimmen. Dies ist ein nützliches Maß in der Epidemiologie, da diese Rate aussagt, ob und wie schnell sich eine Infektion in einer Population ausbreitet. Während der Epidemie betrug diese Zahl fast sechs, was darauf hindeutet, dass eine infizierte Hyäne im Schnitt das Virus auf sechs andere gesunde Hyänen übertragen hat. Das ist ein ziemlich hoher Wert, ähnlich dem von Masern beim Menschen.

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