07.01.2019

Käfernachwuchs in Kadavern

Der Totengräber-Käfer Nicrophorus vespilloides vergräbt die Kadaver kleiner Tiere in der Erde, um sie als Futterquelle für seinen Nachwuchs zu nutzen. Was die Käfer-Eltern unternehmen, ...

© Shantanu Shukla, Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Der Totengräber-Käfer Nicrophorus vespilloides vergräbt die Kadaver kleiner Tiere in der Erde, um sie als Futterquelle für seinen Nachwuchs zu nutzen. Was die Käfer-Eltern unternehmen, um die mikrobielle Zersetzung, die Fäulnis und die damit verbundene Bildung von Giftstoffen zu stoppen, haben Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gemeinsam mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie (MPI) in Jena und der Universität Mainz untersucht. Die Käfer ersetzen demnach schädliche Mikroben mit nützlichen Mikroorganismen aus ihrem eigenen Darm.

Die vom Käfer übertragenen Hefepilze ersetzen Schimmelpilze aus dem Boden, die normalerweise einen Kadaver schnell überwachsen, vollständig. In einem nächsten Schritt soll jetzt das Potenzial der identifizierten Hefepilze genauer unter die Lupe genommen werden. Dabei geht es insbesondere um ihre Rolle bei der Entgiftung der Verwesungsprodukte und bei der Vorverdauung des Kadavers zum Nutzen der Käferlarven. Da das von den Käfern übertragene Mikrobiom, das Wachstum gefährlicher und giftproduzierender Bakterien und Pilze unterdrückt, wird diese Ressource für die Suche nach neuen antimikrobiellen Wirkstoffen genutzt.

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