07.01.2019

Menschenaffen mit „hohen Tönen“

Bonobos und Schimpansen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Körpergröße nur marginal voneinander. Dennoch sind die Tonlagen ihrer akustischen Signale grundverschieden.

© Cédric Girard-Buttoz, LuiKotale, D.R. Kongo

Bonobos und Schimpansen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Körpergröße nur marginal voneinander. Dennoch sind die Tonlagen ihrer akustischen Signale grundverschieden. Forschende am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie haben die Distanzrufe der beiden Menschaffenarten miteinander verglichen und herausgefunden, dass die Rufe von Schimpansen durchaus ihrer Körpergröße entsprechen. Das Lautrepertoire der Bonobos ist hingegen eine ganze Oktave höher angesiedelt. Bei beiden Arten dienen die untersuchten Rufe der Kommunikation über große Distanzen hinweg, sie sind daher dem gleichen Selektionsdruck unterworfen. Eine Erklärung für die Diskrepanz in der Stimmhöhe fanden die Forschenden jedoch bei Untersuchungen der jeweiligen Stimmapparate: Die Stimmlippen von Bonobos sind nur halb so lang wie die von gleich alten Schimpansen.

Verhaltensstudien deuteten darauf hin, dass erwachsene Bonobos Merkmale beibehalten, die für Kinder und Jugendliche typisch sind. Die unterschiedlichen Stimmlagen passten also durchaus ins Bild, so ein beteiligter Forscher. Jetzt gehe es darum herauszufinden, inwieweit sich bereits die Rufe der Affenkinder unterscheiden, wie die Entwicklung des Stimmapparates während der Pubertät verläuft und welcher Selektionsdruck dazu geführt haben könnte, akustische Signale zu erzeugen die den Sender kleiner tönen lassen, als er tatsächlich ist.

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